Rückbaubares Hallenbad in Holzmodulbauweise
Am 3. November 2025 fiel in Stuttgart-Zuffenhausen der Startschuss für ein europaweit einzigartiges Bauprojekt: Auf dem Kelterplatz an der Hohenloher Straße wurden die ersten Holzmodule für ein transportables und vollständig rückbaubares Hallenbad angeliefert und montiert.
Bereits in wenigen Wochen soll das Gebäude vollständig errichtet sein – ein Beispiel dafür, wie schnell, nachhaltig und flexibel kommunaler Bäderbau heute realisiert werden kann. Anschließend wird der Innenausbau finalisiert. Mit einem 25-Meter-Becken, fünf Bahnen und einem Teilhubboden bietet das Bad funktionale Ausstattung auf hohem Niveau. Es setzt Maßstäbe in mehrfacher Hinsicht – ökologisch, konstruktiv und städtebaulich. Ziel ist es, während Sanierungen oder Neubauten anderer Anlagen verlässliche Ersatzwasserflächen zu schaffen – für Schulen, Vereine und die Bevölkerung.
Innovatives Konzept aus modularer Holzbauweise
Das zukunftsweisende Projekt wurde von POOL out of the BOX entwickelt, einem Spezialisten für modularen und seriellen Hallenschwimmbadbau. Die Architektur stammt von 4a Architekten, unterstützt vom Holzbauunternehmen Blumer Lehmann, den Kannewischer Ingenieuren, ZELLER Bäderbau (Edelstahlbecken) sowie Wassertechnik Wertheim.
Designed for disassembly – built to last
Das Hallenbad folgt dem Prinzip „Designed for disassembly – built to last“: Es ist so konzipiert, dass es vollständig rückgebaut, transportiert und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden kann. Möglich wird dies durch eine modulare Holzbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad, die kurze Montagezeiten ermöglicht und den CO₂-Fußabdruck deutlich reduziert. Damit erfüllt das Projekt zentrale Nachhaltigkeitsziele der EU und orientiert sich am Cradle-to-Cradle-Prinzip.
Insgesamt 46 Module – 28 im Erdgeschoss und 18 im Obergeschoss – bilden die funktionalen Bereiche wie Umkleiden, Aufsicht, Technikräume und Sanitäreinrichtungen. Die standardisierten Module im Format 3,50 x 9,90 Meter werden durch individuell angepasste Sondermodule ergänzt, etwa im Bereich des Beckens oder der Technik. Auch Fassadenelemente, Decken und Installationen sind weitgehend vorgefertigt und teils bereits werkseitig ausgebaut.
Holz als Baustoff der Zukunft
Neben seiner Mobilität überzeugt das Projekt durch seinen konsequenten Einsatz von Holz – von der tragenden Konstruktion über die Fassaden bis hin zur Unterkonstruktion des Edelstahlbeckens. Dies reduziert klimaschädliche Emissionen und ermöglicht einen hohen Recyclinggrad. Sämtliche Module und nahezu alle Bauteile sind so gestaltet, dass sie nach ihrem Einsatz wiederverwendet werden können – ein echtes Zukunftsmodell für den öffentlichen Bäderbau.
Ausblick
Mitte 2026 soll das mobile Bad in Zuffenhausen in Betrieb gehen. Weitere Standorte sind in Möhringen und Untertürkheim geplant. Mit dem Pilotprojekt in Zuffenhausen, das auch Teil des IBA’27-Netzes der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart ist, geht die Landeshauptstadt Stuttgart neue Wege im kommunalen Bäderbau – ökologisch, effizient und zukunftsorientiert.
- Ano
- 2026
- Project Status
- Under Construction
- Cliente
- Stuttgarter Bäder
- Totalübernehmer
- POOL out of the BOX GmbH, Heidenheim
- Holzmodulbau
- Blumer-Lehmann GmbH Holzbau | Engineering, Großenlüder
- TGA-Planung
- Kannewischer Ingenieurgesellschaft mbH, Baden-Baden
- Edelstahlbecken
- ZELLER Bäderbau GmbH, Heidenheim an der Brenz
- Wassertechnik
- Wassertechnik Wertheim




