Zweite Hinterrheinbrücke
Wo Vorder- und Hinterrhein zusammenfliessen, ergänzt die zweite Hinterrhein-
brücke in einem einmaligen Landschaftsraum die bestehende, denkmalge-
schützte Fachwerkbrücke als zweite Gleisspur. Mit einer radikalen und doch
subtilen landschaftlichen Einpassung wird das Brückenensemble herausgestri-
chen. Um eine weniger auffällige landschaftliche Einbettung der Bahnanlagen
zu erreichen, wurden rund 30‘000 m3 Hang und eine 8 Meter hohe Stützmauer
abgebaut und durch eine fein strukturierte, naturnah geformte Böschung
ersetzt. Durch den ordnenden Eingriff werden die Infrastrukturanlagen räumlich
begrenzt. Der grüne und bewaldete Hintergrund bringt die Brücken besser zur
Geltung. Sie wurde nicht nur besonders sorgfältig in die einmalige Landschaft
eingebettet, auch Natur und Umwelt konnten, wie der neu abgestufte Waldrand
und die Flussauen, ökologisch aufgewertet werden. Dank Direktumlagerung der
belebten Bodenschicht zeigte sich die Abbaustelle bereits nach wenigen
Wochen mit heimischen Pflanzen begrünt, wie wenn sie seit jeher unangetastet
wäre. In enger Zusammenarbeit mit der Umweltbaubegleitung entstanden im
Umfeld der Brücke vielseitige Kleinstrukturen für Flora und Fauna. Das Abtrags-
material konnte gleichsam vor Ort für die Dammerweiterung, als Schotter oder
in der der unmittelbar angrenzenden Kiesgrube zur Rekultivierung wiederver-
wertet werden. Der neu angelegte Polenweg wird stellenweise durch eine
Trockenmauer begleitet, ein nach historischem Vorbild erstellter Bündnerzaun
begleitet die steil abfallenden Stellen. Für die Nebenbauwerke ausserhalb der
neuen Widerlager wurden vor Ort verfügbare Gneissplatten wiederverwertet.
- Année
- 2019
- Project Status
- Construit
- Client
- RhB Rhätische Bahn AG
- Équipe
- WaltGalmarini AG, Dissing+Weitling architectures as, Donatsch+Partner AG, Nina von Albertini, Cowi Ingenieure




