Foto © Sabrina Scheja
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Umbau Australienhaus Zoo Zürich

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Standort
Zürich, Schweiz
Jahr
2018
Bauherrschaft
Zoo Zürich AG
Team
Planerteam: vetschpartner Landschaftsarchitekten AG + L3P Architekten AG

Die Australienanlage im Zürich Zoo ist aus der bestehenden Afrikaanlage, dem ehemaligen Zuhause von Nashorn und Flusspferd, entstanden. Hierzu wurde das 1965 eröffnete Gebäude, welches im kommunalen Inventar der Denkmalpflege als potenziell schutzwürdiges Objekt geführt wird, samt Aussenanlagen umgestaltet. Die äussere Erscheinung wurde nur dahingehend verändert, dass Anbauten und nachträglich angebrachte bauliche Elemente aus den 80er und 90er Jahren wieder zurückgebaut wurden. Bez. Volumetrie und Erscheinungsbild entspricht es wieder dem Originalzustand von 1965. Mit den beiden schalenartigen Dachelementen erinnert das Haus entfernt an das Opernhaus von Sydney und ist nun im richtigen Kontinent angekommen. In der neuen Anlage repräsentiert sich die einzigartige Tierwelt Australiens mit Koalabären, Riesenwaranen, Emus, Wallabies, und Lori's, um nur einige der Tiere vorzustellen.

Beim Gebäude wurde aussenseitig der Sichtbeton gereinigt und sanft renoviert. Nur der hintere Anbau aus Leccabeton war in einem schlechten Zustand und musste intensiver wieder instand gestellt werden. Zudem wurden die Fenster erneuert und bez. Format und Erscheinung ebenfalls dem Original von 1965 angenähert. Innen wurde das Gebäude komplett ausgehöhlt, dass damalige Ausstellungskonzept von Nashorn & Flusspferd entsprach nicht mehr den Anforderungen des Tierschutzes und den heutigen Anforderungen eines Zoos. Das räumliche Konzept von Besucherführung, Anordnung der Tieranlagen, sowie den Betriebsräumen im Hintergrund ist aber auch heute und nach dem baulichen Eingriff noch schön ablesbar. Das starke formale Element der beiden schalenartigen Kuppeln auf dem Dach, die indirekte Belichtung mit Tageslicht sowie die wenigen statisch relevanten Elemente im Gebäude sind fantastische Voraussetzungen für Innenraumkulissen, welche wunderschön in Szene gesetzt werden können. Eine Herausforderung stellte auch die Haustechnik dar. Die Modernisierung der Lüftung, die Leitungsführungen, das Optimieren des Energieverbrauchs – es fehlt dazu eine durchgehende Schicht eines Bodens oder einer Decke. Und so mussten innovative Lösungsansätze her.
Speziell erwähnenswert ist die geschwungene „Funktionswand“, welche den Besucher durch das Gebäude leitet. Einerseits dient sie als schallabsorbierende Wand, welche die Nachhallzeit in diesem Betonbau auf ein erträgliches Mass bringt, andererseits ist sie aber auch Ausstellungswand und Träger der edukativen Elemente, welche dem Zoo Zürich immer sehr wichtig sind.

Als konzeptionelles Leitbild stand 'Der rote Kontinent' im Vordergrund, wie auch die Haltung der Tierpräsentation seitens Zoos, die Tiere in ihrer heimischen Landschaft zu zeigen. In enger Zusammenarbeit mit den Kuratoren des Zürich Zoos und den Landschaftsarchitekten von vetschpartner wurde in den räumlich spannenden, formschönen Sichtbetonbau mit Brettschalung eine australische Felslandschaft gebaut. Im Innenraum wie auch in der großzügigen, neugestalteten und begehbaren Außenanlage modellieren sich Erde, Sand und Fels in verschiedenen Rot- und Brauntönen zu unterschiedlichen, natürlichen Formationen wie Höhlen, Termitenhügeln und Felswänden, das Ganze in Kombination mit einer kargen Gräserlandschaft. Ein mäandrierender roter Weg vereint Innen mit Aussen, leitet den Besucher durch die Landschaft und verbindet das neu erbaute Lori-Haus mit dem bestehenden Australienhaus.

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